INFO 2-K-Klebeharze

2-Komponenten-Kleber 

Meist auf Epoxydharz-Basis. Markenname z.B. „Uhu-Plus”. Zweikomponentensystem, meist müssen Harz und Härter zu gleichen Teilen 1:1 gemischt werden. Mischungsverhältnis genau einhalten und eine Minute lang zusammenrühren. Je nach Typ 2 bis 60 Minuten Verarbeitungszeit. Wärme (z.B. Föhn) beschleunigt den Härteprozess und macht das Harz momentan flüssiger. Epoxyd-Kleber sind styroporverträglich (Acryl- oder Polyester-Kleber wie „Stabilit-Express” aber nicht!). Alle Epoxy-Harze können mit Baumwollflocken oder Glasfaserschnitzeln eingedickt werden, das erhöht zudem die Festigkeit der Klebestelle erheblich.

Für den schnellen Modellbau und zum Heften ist 5-Minuten-Epoxy gut geeignet. Zum Überbrücken größerer Spalte und Verkleben verschiedenster Materialien untereinander. Der Rettungsanker, wenn andere Kleber versagen oder keine langen Trockenzeiten erlaubt sind. In der Regel nach 10 Minuten einigermaßen belastbar. Durch Wärmezufuhr deutlich beschleunigte Härtung. Nachteile: 5-Minuten-Epoxy bleibt immer deutlich elastisch, hat nur eingeschränkte Festigkeit (wichtig im Flugmodellbau) und ist auf Dauer nicht 100%ig Wasserfest.

30-Minuten-Epoxy ist wie die 5-Min-Version zu verarbeiten, aber man hat deutlich mehr Zeit und der Kleber erreicht weit höhere Festigkeiten. Damit kann man auch belastete Teile wie Tragflächensteckungen einkleben. Für höchste Belastungen ist Endfest-300 gedacht, der aber bis zu 24 Stunden Härtezeit benötigt. Da dieser Kleber sehr teuer ist, macht er nur für Spezialfälle richtig Sinn, meistens genügt 30-Min-Epoxy. Alle Epoxy-Kleber erzielen höhere Endfestigkeiten, wenn sie bei erhöhter Temperatur aushärten. Andererseits können ausgehärtetet Klebestellen mit noch höherer Temperatur (200°C+) wieder gelöst bzw. zerstört werden. 

Für Problemfälle wie extrem große Spalten oder abgebrochenen Fehlteilen gibt es Knet-Epoxy (sogenanntes Knetmetall), das wie eine feste Modelliermasse mit den Fingern geformt werden kann. Modellierzeit etwa 5 bis 10 Minuten. Nach dem Aushärten kann man das Material gut feilen, schleifen, bohren und sogar Gewinde einschneiden. 

Wichtig: Beim Kleben von Metall oder Kunststoff muss das zu klebende Material immer vorher zuerst entfettet und danach mit grobem Schleifpapier aufgeraut werden. Auf glatten Materialien kleben 2-K-Klebstoffe nur sehr schlecht.

Epoxydharze sind viele Jahre lagerfähig. Mit der Zeit können sie aber (wie Honig) auskristallisieren. In diesem Fall muss das Harz vor Gebrauch auf über 40°C erwärmt werden, um die Kristalle wieder aufzulösen (Wasserbad, Föhn). Härter können nach Jahren oxidieren und werden dann gelb. In diesem Fall und bei extrem lang gelagerten Harzen kleine Testmengen anrühren, ob sie noch wie gewünscht aushärten.

Gesundheitsgefahren:
Hautkontakt unbedingt vermeiden (Epoxy-Sensibilisierung, Allergien). Darf niemals unter die Haut kommen. Also Einmal-Handschuhe tragen (Nitril, blau). Im ausgehärteten Zustand ist Epoxy aber ungefährlich.